Museum Nieuwlande

Onderduikersmuseum
Nieuwlande

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11 – 4- 2026
Wilma Beerlink (Urenkelin von Hendrikje Post, der Schwester von Johannes Post)

Mit vollem Akku, Luft in den Reifen und einer Flasche Wasser warteten wir bei der Kirche neugierig auf unser Ausflugsziel. Zunächst bekamen wir jedoch keine weiteren Zielangaben. Die einzige Ansage: jede/r sollte die Verkehrsregeln beachten und den ortskundigen Radfahrer mit der blauen Jacke folgen. Dem Kanal entlang fuhren wir mit viel Rückenwind Richtung Holland und tiefer in das flache Nachbarland hinein. In einem Waldstück folgten nähere Informationen: wir fahren nach Nieuwlande!
Jetzt waren wir genauso schlau, wie vorher….

In Nieuwlande angekommen, wurden wir freundlich von Willy und Henk im Museum „De Duikelaar“ begrüßt. Bei einem Getränk und Stroopwafel erzählte Willy die Geschichte von Nieuwlande während des zweiten Weltkriegs.
Durch die Torfgewinnung in Nieuwlande war das Dorf mit seinen Kanälen und kleinen Brücken schwer erreichbar. Der gereformeerde Landwirt Johannes Post, der ebenfalls Wethouder im Gemeinderat in Oosterhesselen war, hatte sich zwar geweigert, Steuern an die Deutschen zu zahlen, jedoch war sein Widerstand noch in den Anfängen. Er wurde von einem Juden, Herrn Cohen, der bei Johannes´ Bruder Marinus versteckt war, über die Situation der Juden in Amsterdam aufgeklärt.  Zusammen mit Thea, einer Jüdin, begann Johannes, Juden aus Amsterdam nach Nieuwlande zu holen um deren Leben zu retten.  Da auch der umtriebige Pastor Slomp, „Frits de Zwerver“, die Juden drängte sich in Nieuwlande zu verstecken, nahmen die Rettungsaktionen erheblich zu und so entstand ein großes Widerstandsnetzwerk. Willy und Henk berichteten über viele Schicksale der einzelnen Familien in Nieuwlande und Umgebung und über das abenteuerliche Leben von Johannes Post und seiner Familie.

Nach dieser Einleitung sind wir zur ehemaligen gereformeerde Kirche in Nieuwlande gefahren. Unter den Boden, vorne bei der Kanzel, wurden zwei jüdische Jungen versteckt: „Peter“ und „Herman“. Diese haben sich dort ein halbes Jahr versteckt und liegend, in Decken gehüllt, bei Kerzenlicht, die Zeitung „De Duikelaar“ geschrieben und Karikaturen gemalt. Der Küster und seine Frau wussten Bescheid und versorgten die beiden mit Lebensmitteln, die sie mit „Hitler“ und „Himmler“ (zwei Ratten) teilen mussten. Vor dem Verlassen der Kirche sangen wir zusammen das „Hevenu Shalom Aleichim“.

Danach ging es in einem Wald, wo unterirdische Höhlen (diesogennante Bronchitishöhlen) gegraben worden waren, in denen sich Menschen während Razzien verstecken mussten.

Anschließend wurde uns im Museum ein Animationsfilm gezeigt. Wir konnten uns die Ausstellung anschauen, Versteck- und Fluchtmöglichkeiten ausprobieren und Willy und Henk beantworteten gerne unsere Fragen und erzählten weitere Geschichten.

Nach dem Abendessen in Coevorden fuhren wir dann, im Regen – jedoch ohne Murren -, nach einem interessanten und schönen Tag nach Hause.

KU-Gruppe 17-Jährigen: Bennet, Marie, Lara, Fenke, Paul, Joost, Hendrik, Vincent, Jörn mit Albert und Wilma.